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Fenster nach RAL montieren im Neubau: Zweiflügeliges Fenster ins lichte Rohbaumaß einbauen

Für Sie als Fachbetrieb und Montagepartner ist die RAL-Montage täglich gelebter Qualitätsanspruch. Dieses Tutorial dokumentiert den TMP-Montagestandard für den Einbau eines zweiflügeligen Fensters im Neubau – ins lichte Rohbaumaß bei stumpfem Anschlag. Nutzen Sie es als Referenz für Ihr Team, zur Einarbeitung neuer Monteure oder als schnellen Praxis-Refresher vor der Baustelle. Zu jedem Arbeitsschritt springen Sie per Klick direkt an die passende Stelle im Montagevideo.

Komplettes Montagevideo ansehen (ca. 17 Min.)

Das Grundprinzip: Innen dichter als außen

Sie kennen das Drei-Ebenen-Prinzip aus dem RAL-Leitfaden – so setzen wir es bei diesem Einbau um:

  • Außen: schlagregendicht, aber dampfdiffusionsoffen – das vorkomprimierte Multifunktionsdichtband übernimmt die Abdichtung an den Seiten und oben, die Anschlussfolie den Fensterbankbereich.
  • Mitte: Wärme- und Schalldämmung der Fuge mit Montageschaum.
  • Innen: luftdichte Ebene mit vollflächig verklebter Dichtfolie – Konvektion warmer Raumluft in die Fuge wird unterbunden (Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle: DIN 4108-7).

Die Merkregel bleibt: „Innen dichter als außen." Nur so trocknet die Fuge nach außen ab und die Dämmebene bleibt dauerhaft funktionsfähig – die Basis für reklamationsfreie Montagen. Wichtig für die Materialwahl: Bauteilanschlussfugen sind Bewegungsfugen – Temperatur, Feuchte, Wind und Nutzung verändern die Fugengeometrie laufend. Alle eingesetzten Dichtsysteme müssen diese Bewegungen dauerhaft mitmachen (Eignungsnachweis nach ift-Richtlinie MO-01/1).

Werkzeug und Material bereitlegen

Die Ausstattung für diesen Einbau:

  • 2–4 Montagekissen (Montagekeile)
  • Zollstock und Wasserwaagen in verschiedenen Längen
  • Handpresspistole (Folienkleber) und Schaumpistole
  • Akkuschrauber und Bohrmaschine (HSS-Bohrer für den Stahleinschub, Steinbohrer für den Betonsturz)
  • Cuttermesser und Schere
  • Kuhfuß und Sprühflasche
  • Bei Bedarf: Tritt

Im Video: Werkzeugübersicht (0:01)

Element vorbereiten – Griffolive montieren, Flügel aushängen

Griffolive am Flügel aufstecken, in die Waagerechte drehen und verschrauben. Anschließend den Achslagerstift am Ecklager ziehen und den Flügel aushängen – sicher abstellen, beim zweiten Flügel identisch verfahren. Der Blendrahmen ist damit frei zugänglich und das Element auf ein handhabbares Gewicht reduziert.

Im Video: Flügel aushängen (0:25)

Multifunktionsdichtband aufkleben

Blendrahmen auf die Böcke legen und das Multifunktionsdichtband umlaufend verkleben. Für die schlagregendichte äußere Ebene muss das Band der Beanspruchungsgruppe BG R nach DIN 18542 entsprechen und zur tatsächlichen Fugenbreite dimensioniert sein (Herstellerangaben). Die Punkte, auf die es bei der Verarbeitung ankommt:

  • Graue Seite raumseitig – auf die Einbaurichtung des Bandes achten.
  • Band bündig mit der Außenkante des Blendrahmens führen.
  • Beim Verkleben nicht auf Zug arbeiten, sondern leicht stauchen – nur dann expandiert das Band zuverlässig auf die volle Fugenbreite.
  • Vertikale Bahnen oben mit ca. 1,5 cm Überstand, unten bis über den Fensterbankanschluss führen.
  • An den Stößen 2–3 mm Überstand stehen lassen und die aufrechte Bahn leicht nach außen orientieren – so schließen die Ecken nach dem Expandieren hundertprozentig dicht.
  • Saubere, gerade Schnitte – Schere oder Cuttermesser.

Im Video: Dichtband zuschneiden und aufkleben (1:20)

Rahmen einsetzen und unterfüttern

Rahmen in die Rohbauöffnung stellen, anheben und beidseitig Unterlegplättchen bis zur Sollhöhe setzen. Die Plättchen übernehmen dabei die Funktion der Verklotzung nach RAL-Leitfaden: Sie tragen die Vertikallasten dauerhaft in den Baukörper ab und verbleiben im Bauwerk – so setzen, dass die spätere Dämm- und Dichtebene nicht unterbrochen wird. Zusätzlich prüfen, ob das aufrechte Dichtband bis zur Unterkante des Sturzes reicht – dann schließt die obere Ecke sauber, sobald die waagerechte Bahn expandiert ist.

Aus der Praxis: Expandiert das Band zügig, klemmt der Rahmen nach kurzer Zeit von selbst im Mauerwerk – Montagekissen können dann entfallen. Das Klemmen ersetzt selbstverständlich weder Verklotzung noch mechanische Befestigung.

Im Video: Rahmen einsetzen (4:25)

Ausrichten in Waage, Lot und Flucht

Rahmen in die Waage bringen, das Laibungsmaß einstellen und ins Lot richten (zulässige Toleranzen im Hochbau: DIN 18202). Beim seitlichen Befestigen gilt: keinen Bauch ziehen – der Rahmen darf durch das Anziehen nicht nach innen deformiert werden. Nach jeder Seite das Lot gegenkontrollieren.

Im Video: Ausrichten und seitlich befestigen (5:25)

Umlaufende Befestigung – Abstände nach ift

Das ift Rosenheim empfiehlt die umlaufende Befestigung des Rahmens – also auch im unteren Bereich. Bei dieser Elementbreite ist das aus unserer Sicht Pflicht: Ein breiter zweiflügeliger Rahmen bringt nicht die Eigenstabilität eines kleinen Fensters mit.

  • Mindestabstand aus dem Eckbereich: 150 mm – beidseitig anzeichnen (der RAL-Leitfaden nennt als Richtwert ca. 100–150 mm ab Innenecke sowie beidseits von Pfosten- und Riegelanschlüssen).
  • Dazwischen weitere Befestigungsschrauben in gleichmäßiger Teilung setzen (im Video: zwei zusätzliche Schrauben unten). Als maximale Achsabstände gibt der Leitfaden ca. 700 mm bei Kunststoff- und ca. 800 mm bei Holz- und Metallfenstern vor.

Im Video: Befestigungspunkte anzeichnen (7:40)

Bohren und Verschrauben – hinter der wasserführenden Ebene

Die untere Rahmenverschraubung sitzt hinter der wasserführenden Ebene, also raumseitig der Dichtung. Nur dort darf ohne Bedenken durch den Rahmen gebohrt werden – Wasser kann konstruktiv nicht über die Verschraubung eindringen. Beim Kunststoffprofil geht der Bohrer dabei durch den Stahleinschub: HSS-Bohrer verwenden.

Die Details, die den Unterschied machen:

  • Metallspäne raus: Nach dem Durchbohren des Stahleinschubs liegen Späne im Rahmen. Absaugen – oder der Monteurs-Trick: mit einem Magneten herausholen. Verbleibende Späne rosten und hinterlassen Flecken, die Sie beim Kunden nicht erklären wollen.
  • Unterlegplättchen an jeder unteren Bohrung: rechts oder links der Schraube setzen, damit der Rahmen beim Anziehen nicht nach unten gezogen wird.
  • Betonsturz: Stürze sind in der Regel betoniert – hier vorbohren, sonst lässt sich die Montageschraube nicht setzen.
  • Maßkontrolle: Lichtes Rahmenmaß vor und nach dem Verschrauben messen – es muss identisch bleiben (im Video: 1.328 mm). Beim Festziehen den Rahmen weder nach unten noch nach oben ziehen.

Im Video: Bohren durch den Stahleinschub (8:10) Festziehen und Maßkontrolle (10:47)

Äußere Abdichtung – Anschlussfolie im Fensterbankbereich

Vor dem Folieren das überstehende Multifunktionsdichtband in den unteren Ecken entfernen: mit dem Cuttermesser bündig zur Rahmenkante bis auf das Mauerwerk einschneiden, das Band an der Außenkante des Fensterbankanschlusses abschlagen und die Fläche mit dem Handfeger säubern – nur auf sauberem Untergrund liegt die Folie in der Ecke vollflächig an.

  • Folie grob zuschneiden – 10 bis 15 cm länger als das Element.
  • Schutzstreifen abziehen, Folie am Fensterbankanschlussprofil ansetzen und bis Unterkante Blendrahmen verkleben. Von einer Seite zur anderen durcharbeiten.
  • Folienkleber in Schlangenlinien auf den Baukörper auftragen – nicht zu sparsam dosieren.
  • Folie in den Kleber einlegen und von der Mitte in die Ecken arbeiten. Ein Überschlag der Folie in den Ecken ist unkritisch.
  • Abschließend die Folie kräftig anreiben – ein Unterlegplättchen leistet hier gute Dienste.

Im Video: Äußere Abdichtung vorbereiten (11:42) Folie verkleben (13:33)

Fuge ausschäumen

Vor der inneren Folie kommt der Montageschaum. Den Baukörper im Fugenbereich mit der Sprühflasche leicht anfeuchten – das optimiert die Aushärtung des Schaums, und auch der Folienkleber verklebt mit Restfeuchte besser. Den Hohlraum satt und hohlraumfrei ausschäumen.

Im Video: Anfeuchten und Ausschäumen (14:29)

Innere Abdichtung verkleben

Nach dem Ausschäumen den Kleber auftragen und die innere Dichtfolie vollflächig auf dem Baukörper verkleben. Damit ist die luftdichte Ebene geschlossen – das Drei-Ebenen-Prinzip ist komplett und die Montage RAL-konform.

Im Video: Innere Folie verkleben (15:34)

Flügel einhängen und Endmontage

Eckband auf das Ecklager setzen, Flügel in den Rahmen einhängen und den Achslagerstift eindrücken. Danach die Punkte, die über den letzten Eindruck beim Kunden entscheiden:

  • Schutzfolien zeitnah entfernen – je länger sie am Profil bleiben, desto schwerer gehen sie rückstandsfrei ab.
  • Transportsicherungen (weiße Kunststoffteile) direkt nach der Montage herausziehen.
  • Abdeckkappen auf die Schraubenköpfe klicken – sauberes Finish.
  • Wasserschutzkappen in die vorgesehenen Schlitze einclipsen.

Im Video: Flügel einhängen und Abschluss (15:40)

Stolperfallen aus dem Baustellenalltag

Auch erfahrene Kolonnen kennen diese Punkte – hier gehen im Alltag die meisten Reklamationen auf:

  • Dichtband auf Zug verklebt: Gezogenes Band expandiert nicht auf die volle Fugenbreite – die Fuge bleibt undicht. Immer leicht stauchen.
  • Bohrung vor der wasserführenden Ebene: schafft einen direkten Wasserweg in die Konstruktion.
  • Späne im Rahmen belassen: Rostflecken auf weißem Profil – ein vermeidbarer Gewährleistungsfall.
  • Rahmen beim Verschrauben verzogen: Ohne Unterlegplättchen an den unteren Bohrungen und ohne Maßkontrolle leidet die Flügelfunktion.
  • Nur Schaum, keine Dichtebenen: Montageschaum dämmt – er dichtet weder luft- noch schlagregendicht. Ohne innere und äußere Ebene ist die Montage nicht RAL-konform und nicht abnahmefähig.
  • Schutzfolien zu spät entfernt: unnötige Nacharbeit, die keiner bezahlt.

Normen und Regelwerke im Überblick

Für die Vertiefung – die maßgeblichen Regelwerke zu diesem Einbau:

  • RAL-Leitfaden zur Montage („Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren", RAL-Gütegemeinschaft / ift Rosenheim) – Drei-Ebenen-Prinzip, Befestigung, Verklotzung, Lastabtragung. Eine kompakte Einführung der ift-Autoren finden Sie hier als Download: Fenster richtig montieren und abdichten (PDF, ift Rosenheim).
  • GEG (vormals EnEV) – fordert eine dauerhaft luftundurchlässige, nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtete Gebäudehülle einschließlich der Fugen.
  • DIN 4108-7 – Luftdichtheit der Gebäudehülle; Grundlage für die innere Dichtebene.
  • DIN 18542 – imprägnierte Fugendichtungsbänder (Multifunktionsbänder); für die äußere, schlagregendichte Ebene: Beanspruchungsgruppe BG R.
  • DIN 18202 – Toleranzen im Hochbau; Bezugsrahmen für Rohbauöffnung und Ausrichtung.
  • ift-Richtlinien MO-01/1 und MO-02/1 – Verfahren zur Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungs- bzw. Befestigungssystemen; Basis für den Eignungsnachweis der eingesetzten Materialien.

FAQ: Fenster nach RAL montieren

Was fordert die RAL-Montage im Kern?

Den Einbau nach dem „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren" der RAL-Gütegemeinschaft: das Drei-Ebenen-Prinzip der Fugenabdichtung (innen luftdicht, Mitte gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen) plus fachgerechte mechanische Befestigung und Lastabtragung in den Baukörper.

Was ist beim stumpfen Anschlag besonders zu beachten?

Beim Einbau ins lichte Rohbaumaß fehlt der Mauerwerksfalz als konstruktiver Wetterschutz. Die äußere Abdichtung übernehmen daher vollständig das expandierende Multifunktionsdichtband an der Außenkante des Rahmens und die Anschlussfolie im Fensterbankbereich – entsprechend sorgfältig müssen Bandführung, Stöße und Ecken ausgeführt sein.

Welche Befestigungsabstände gelten?

Nach dem RAL-Leitfaden wird der Rahmen umlaufend befestigt: Abstand der Befestigungspunkte aus dem Eckbereich ca. 100–150 mm, maximale Achsabstände ca. 700 mm bei Kunststoff- und ca. 800 mm bei Holz- und Metallfenstern. Bei breiten zweiflügeligen Elementen ist die untere Befestigung wegen der geringeren Eigenstabilität des Rahmens besonders relevant.

Warum wird hinter der wasserführenden Ebene verschraubt?

Weil die Bohrung raumseitig der Dichtung liegt. Selbst wenn Schlagregen die äußere Ebene erreicht, kann Wasser nicht über die Verschraubung in die Konstruktion gelangen.

Reicht Montageschaum zur Abdichtung aus?

Nein. Schaum übernimmt ausschließlich Wärme- und Schalldämmung der Fuge. Die luftdichte innere und die schlagregendichte äußere Ebene werden zusätzlich mit Dichtband und Folien hergestellt.

Warum muss die Fuge innen dichter sein als außen?

Damit eingedrungene Feuchte nach außen abtrocknen kann und keine warme Raumluft von innen in die Fuge konvektiert. Andernfalls fällt Tauwasser in der Konstruktion aus – mit Schimmel, Dämmverlust und Bauschäden als Folge.

Fazit

Die RAL-Montage des zweiflügeligen Elements im stumpfen Anschlag entscheidet sich an drei Stellen: dem korrekt verarbeiteten Multifunktionsdichtband (bündig, gestaucht, mit Überständen an Ecken und Stößen), der umlaufenden Befestigung hinter der wasserführenden Ebene mit den richtigen Abständen und der konsequenten Ausführung aller drei Dichtebenen. Wer diese Punkte im Team sauber durchzieht, liefert dauerhaft dichte, funktionssichere und reklamationsfreie Montagen – und genau dafür stehen unsere Partnerbetriebe.

Fragen zur Montage von TMP-Elementen? Ihr TMP-Ansprechpartner unterstützt Sie gerne – oder werfen Sie einen Blick in unsere weiteren Tutorials für Fachbetriebe und Montagepartner. Übrigens: Betriebe, die das RAL-Gütezeichen Montage führen, benötigen mindestens eine qualifizierte ift-Montagefachkraft – die passende Weiterbildung bietet das ift Rosenheim an. Eine Qualifikation, die sich für Ihren Betrieb doppelt auszahlt.


Tutorials

Fenster nach RAL montieren im Neubau: Zweiflügeliges Fenster ins lichte Rohbaumaß einbauen

Für Sie als Fachbetrieb und Montagepartner ist die RAL-Montage täglich gelebter Qualitätsanspruch. Dieses Tutorial dokumentiert den TMP-Montagestandard für den Einbau eines zweiflügeligen Fensters im Neubau – ins lichte Rohbaumaß bei stumpfem Anschlag. Nutzen Sie es als Referenz für Ihr Team, zur Einarbeitung neuer Monteure oder als schnellen Praxis-Refresher vor der Baustelle. Zu jedem Arbeitsschritt springen Sie per Klick direkt an die passende Stelle im Montagevideo.

Komplettes Montagevideo ansehen (ca. 17 Min.)

Das Grundprinzip: Innen dichter als außen

Sie kennen das Drei-Ebenen-Prinzip aus dem RAL-Leitfaden – so setzen wir es bei diesem Einbau um:

  • Außen: schlagregendicht, aber dampfdiffusionsoffen – das vorkomprimierte Multifunktionsdichtband übernimmt die Abdichtung an den Seiten und oben, die Anschlussfolie den Fensterbankbereich.
  • Mitte: Wärme- und Schalldämmung der Fuge mit Montageschaum.
  • Innen: luftdichte Ebene mit vollflächig verklebter Dichtfolie – Konvektion warmer Raumluft in die Fuge wird unterbunden (Anforderungen an die luftdichte Gebäudehülle: DIN 4108-7).

Die Merkregel bleibt: „Innen dichter als außen." Nur so trocknet die Fuge nach außen ab und die Dämmebene bleibt dauerhaft funktionsfähig – die Basis für reklamationsfreie Montagen. Wichtig für die Materialwahl: Bauteilanschlussfugen sind Bewegungsfugen – Temperatur, Feuchte, Wind und Nutzung verändern die Fugengeometrie laufend. Alle eingesetzten Dichtsysteme müssen diese Bewegungen dauerhaft mitmachen (Eignungsnachweis nach ift-Richtlinie MO-01/1).

Werkzeug und Material bereitlegen

Die Ausstattung für diesen Einbau:

  • 2–4 Montagekissen (Montagekeile)
  • Zollstock und Wasserwaagen in verschiedenen Längen
  • Handpresspistole (Folienkleber) und Schaumpistole
  • Akkuschrauber und Bohrmaschine (HSS-Bohrer für den Stahleinschub, Steinbohrer für den Betonsturz)
  • Cuttermesser und Schere
  • Kuhfuß und Sprühflasche
  • Bei Bedarf: Tritt

Im Video: Werkzeugübersicht (0:01)

Element vorbereiten – Griffolive montieren, Flügel aushängen

Griffolive am Flügel aufstecken, in die Waagerechte drehen und verschrauben. Anschließend den Achslagerstift am Ecklager ziehen und den Flügel aushängen – sicher abstellen, beim zweiten Flügel identisch verfahren. Der Blendrahmen ist damit frei zugänglich und das Element auf ein handhabbares Gewicht reduziert.

Im Video: Flügel aushängen (0:25)

Multifunktionsdichtband aufkleben

Blendrahmen auf die Böcke legen und das Multifunktionsdichtband umlaufend verkleben. Für die schlagregendichte äußere Ebene muss das Band der Beanspruchungsgruppe BG R nach DIN 18542 entsprechen und zur tatsächlichen Fugenbreite dimensioniert sein (Herstellerangaben). Die Punkte, auf die es bei der Verarbeitung ankommt:

  • Graue Seite raumseitig – auf die Einbaurichtung des Bandes achten.
  • Band bündig mit der Außenkante des Blendrahmens führen.
  • Beim Verkleben nicht auf Zug arbeiten, sondern leicht stauchen – nur dann expandiert das Band zuverlässig auf die volle Fugenbreite.
  • Vertikale Bahnen oben mit ca. 1,5 cm Überstand, unten bis über den Fensterbankanschluss führen.
  • An den Stößen 2–3 mm Überstand stehen lassen und die aufrechte Bahn leicht nach außen orientieren – so schließen die Ecken nach dem Expandieren hundertprozentig dicht.
  • Saubere, gerade Schnitte – Schere oder Cuttermesser.

Im Video: Dichtband zuschneiden und aufkleben (1:20)

Rahmen einsetzen und unterfüttern

Rahmen in die Rohbauöffnung stellen, anheben und beidseitig Unterlegplättchen bis zur Sollhöhe setzen. Die Plättchen übernehmen dabei die Funktion der Verklotzung nach RAL-Leitfaden: Sie tragen die Vertikallasten dauerhaft in den Baukörper ab und verbleiben im Bauwerk – so setzen, dass die spätere Dämm- und Dichtebene nicht unterbrochen wird. Zusätzlich prüfen, ob das aufrechte Dichtband bis zur Unterkante des Sturzes reicht – dann schließt die obere Ecke sauber, sobald die waagerechte Bahn expandiert ist.

Aus der Praxis: Expandiert das Band zügig, klemmt der Rahmen nach kurzer Zeit von selbst im Mauerwerk – Montagekissen können dann entfallen. Das Klemmen ersetzt selbstverständlich weder Verklotzung noch mechanische Befestigung.

Im Video: Rahmen einsetzen (4:25)

Ausrichten in Waage, Lot und Flucht

Rahmen in die Waage bringen, das Laibungsmaß einstellen und ins Lot richten (zulässige Toleranzen im Hochbau: DIN 18202). Beim seitlichen Befestigen gilt: keinen Bauch ziehen – der Rahmen darf durch das Anziehen nicht nach innen deformiert werden. Nach jeder Seite das Lot gegenkontrollieren.

Im Video: Ausrichten und seitlich befestigen (5:25)

Umlaufende Befestigung – Abstände nach ift

Das ift Rosenheim empfiehlt die umlaufende Befestigung des Rahmens – also auch im unteren Bereich. Bei dieser Elementbreite ist das aus unserer Sicht Pflicht: Ein breiter zweiflügeliger Rahmen bringt nicht die Eigenstabilität eines kleinen Fensters mit.

  • Mindestabstand aus dem Eckbereich: 150 mm – beidseitig anzeichnen (der RAL-Leitfaden nennt als Richtwert ca. 100–150 mm ab Innenecke sowie beidseits von Pfosten- und Riegelanschlüssen).
  • Dazwischen weitere Befestigungsschrauben in gleichmäßiger Teilung setzen (im Video: zwei zusätzliche Schrauben unten). Als maximale Achsabstände gibt der Leitfaden ca. 700 mm bei Kunststoff- und ca. 800 mm bei Holz- und Metallfenstern vor.

Im Video: Befestigungspunkte anzeichnen (7:40)

Bohren und Verschrauben – hinter der wasserführenden Ebene

Die untere Rahmenverschraubung sitzt hinter der wasserführenden Ebene, also raumseitig der Dichtung. Nur dort darf ohne Bedenken durch den Rahmen gebohrt werden – Wasser kann konstruktiv nicht über die Verschraubung eindringen. Beim Kunststoffprofil geht der Bohrer dabei durch den Stahleinschub: HSS-Bohrer verwenden.

Die Details, die den Unterschied machen:

  • Metallspäne raus: Nach dem Durchbohren des Stahleinschubs liegen Späne im Rahmen. Absaugen – oder der Monteurs-Trick: mit einem Magneten herausholen. Verbleibende Späne rosten und hinterlassen Flecken, die Sie beim Kunden nicht erklären wollen.
  • Unterlegplättchen an jeder unteren Bohrung: rechts oder links der Schraube setzen, damit der Rahmen beim Anziehen nicht nach unten gezogen wird.
  • Betonsturz: Stürze sind in der Regel betoniert – hier vorbohren, sonst lässt sich die Montageschraube nicht setzen.
  • Maßkontrolle: Lichtes Rahmenmaß vor und nach dem Verschrauben messen – es muss identisch bleiben (im Video: 1.328 mm). Beim Festziehen den Rahmen weder nach unten noch nach oben ziehen.

Im Video: Bohren durch den Stahleinschub (8:10) Festziehen und Maßkontrolle (10:47)

Äußere Abdichtung – Anschlussfolie im Fensterbankbereich

Vor dem Folieren das überstehende Multifunktionsdichtband in den unteren Ecken entfernen: mit dem Cuttermesser bündig zur Rahmenkante bis auf das Mauerwerk einschneiden, das Band an der Außenkante des Fensterbankanschlusses abschlagen und die Fläche mit dem Handfeger säubern – nur auf sauberem Untergrund liegt die Folie in der Ecke vollflächig an.

  • Folie grob zuschneiden – 10 bis 15 cm länger als das Element.
  • Schutzstreifen abziehen, Folie am Fensterbankanschlussprofil ansetzen und bis Unterkante Blendrahmen verkleben. Von einer Seite zur anderen durcharbeiten.
  • Folienkleber in Schlangenlinien auf den Baukörper auftragen – nicht zu sparsam dosieren.
  • Folie in den Kleber einlegen und von der Mitte in die Ecken arbeiten. Ein Überschlag der Folie in den Ecken ist unkritisch.
  • Abschließend die Folie kräftig anreiben – ein Unterlegplättchen leistet hier gute Dienste.

Im Video: Äußere Abdichtung vorbereiten (11:42) Folie verkleben (13:33)

Fuge ausschäumen

Vor der inneren Folie kommt der Montageschaum. Den Baukörper im Fugenbereich mit der Sprühflasche leicht anfeuchten – das optimiert die Aushärtung des Schaums, und auch der Folienkleber verklebt mit Restfeuchte besser. Den Hohlraum satt und hohlraumfrei ausschäumen.

Im Video: Anfeuchten und Ausschäumen (14:29)

Innere Abdichtung verkleben

Nach dem Ausschäumen den Kleber auftragen und die innere Dichtfolie vollflächig auf dem Baukörper verkleben. Damit ist die luftdichte Ebene geschlossen – das Drei-Ebenen-Prinzip ist komplett und die Montage RAL-konform.

Im Video: Innere Folie verkleben (15:34)

Flügel einhängen und Endmontage

Eckband auf das Ecklager setzen, Flügel in den Rahmen einhängen und den Achslagerstift eindrücken. Danach die Punkte, die über den letzten Eindruck beim Kunden entscheiden:

  • Schutzfolien zeitnah entfernen – je länger sie am Profil bleiben, desto schwerer gehen sie rückstandsfrei ab.
  • Transportsicherungen (weiße Kunststoffteile) direkt nach der Montage herausziehen.
  • Abdeckkappen auf die Schraubenköpfe klicken – sauberes Finish.
  • Wasserschutzkappen in die vorgesehenen Schlitze einclipsen.

Im Video: Flügel einhängen und Abschluss (15:40)

Stolperfallen aus dem Baustellenalltag

Auch erfahrene Kolonnen kennen diese Punkte – hier gehen im Alltag die meisten Reklamationen auf:

  • Dichtband auf Zug verklebt: Gezogenes Band expandiert nicht auf die volle Fugenbreite – die Fuge bleibt undicht. Immer leicht stauchen.
  • Bohrung vor der wasserführenden Ebene: schafft einen direkten Wasserweg in die Konstruktion.
  • Späne im Rahmen belassen: Rostflecken auf weißem Profil – ein vermeidbarer Gewährleistungsfall.
  • Rahmen beim Verschrauben verzogen: Ohne Unterlegplättchen an den unteren Bohrungen und ohne Maßkontrolle leidet die Flügelfunktion.
  • Nur Schaum, keine Dichtebenen: Montageschaum dämmt – er dichtet weder luft- noch schlagregendicht. Ohne innere und äußere Ebene ist die Montage nicht RAL-konform und nicht abnahmefähig.
  • Schutzfolien zu spät entfernt: unnötige Nacharbeit, die keiner bezahlt.

Normen und Regelwerke im Überblick

Für die Vertiefung – die maßgeblichen Regelwerke zu diesem Einbau:

  • RAL-Leitfaden zur Montage („Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren", RAL-Gütegemeinschaft / ift Rosenheim) – Drei-Ebenen-Prinzip, Befestigung, Verklotzung, Lastabtragung. Eine kompakte Einführung der ift-Autoren finden Sie hier als Download: Fenster richtig montieren und abdichten (PDF, ift Rosenheim).
  • GEG (vormals EnEV) – fordert eine dauerhaft luftundurchlässige, nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtete Gebäudehülle einschließlich der Fugen.
  • DIN 4108-7 – Luftdichtheit der Gebäudehülle; Grundlage für die innere Dichtebene.
  • DIN 18542 – imprägnierte Fugendichtungsbänder (Multifunktionsbänder); für die äußere, schlagregendichte Ebene: Beanspruchungsgruppe BG R.
  • DIN 18202 – Toleranzen im Hochbau; Bezugsrahmen für Rohbauöffnung und Ausrichtung.
  • ift-Richtlinien MO-01/1 und MO-02/1 – Verfahren zur Ermittlung der Gebrauchstauglichkeit von Abdichtungs- bzw. Befestigungssystemen; Basis für den Eignungsnachweis der eingesetzten Materialien.

FAQ: Fenster nach RAL montieren

Was fordert die RAL-Montage im Kern?

Den Einbau nach dem „Leitfaden zur Planung und Ausführung der Montage von Fenstern und Haustüren" der RAL-Gütegemeinschaft: das Drei-Ebenen-Prinzip der Fugenabdichtung (innen luftdicht, Mitte gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen) plus fachgerechte mechanische Befestigung und Lastabtragung in den Baukörper.

Was ist beim stumpfen Anschlag besonders zu beachten?

Beim Einbau ins lichte Rohbaumaß fehlt der Mauerwerksfalz als konstruktiver Wetterschutz. Die äußere Abdichtung übernehmen daher vollständig das expandierende Multifunktionsdichtband an der Außenkante des Rahmens und die Anschlussfolie im Fensterbankbereich – entsprechend sorgfältig müssen Bandführung, Stöße und Ecken ausgeführt sein.

Welche Befestigungsabstände gelten?

Nach dem RAL-Leitfaden wird der Rahmen umlaufend befestigt: Abstand der Befestigungspunkte aus dem Eckbereich ca. 100–150 mm, maximale Achsabstände ca. 700 mm bei Kunststoff- und ca. 800 mm bei Holz- und Metallfenstern. Bei breiten zweiflügeligen Elementen ist die untere Befestigung wegen der geringeren Eigenstabilität des Rahmens besonders relevant.

Warum wird hinter der wasserführenden Ebene verschraubt?

Weil die Bohrung raumseitig der Dichtung liegt. Selbst wenn Schlagregen die äußere Ebene erreicht, kann Wasser nicht über die Verschraubung in die Konstruktion gelangen.

Reicht Montageschaum zur Abdichtung aus?

Nein. Schaum übernimmt ausschließlich Wärme- und Schalldämmung der Fuge. Die luftdichte innere und die schlagregendichte äußere Ebene werden zusätzlich mit Dichtband und Folien hergestellt.

Warum muss die Fuge innen dichter sein als außen?

Damit eingedrungene Feuchte nach außen abtrocknen kann und keine warme Raumluft von innen in die Fuge konvektiert. Andernfalls fällt Tauwasser in der Konstruktion aus – mit Schimmel, Dämmverlust und Bauschäden als Folge.

Fazit

Die RAL-Montage des zweiflügeligen Elements im stumpfen Anschlag entscheidet sich an drei Stellen: dem korrekt verarbeiteten Multifunktionsdichtband (bündig, gestaucht, mit Überständen an Ecken und Stößen), der umlaufenden Befestigung hinter der wasserführenden Ebene mit den richtigen Abständen und der konsequenten Ausführung aller drei Dichtebenen. Wer diese Punkte im Team sauber durchzieht, liefert dauerhaft dichte, funktionssichere und reklamationsfreie Montagen – und genau dafür stehen unsere Partnerbetriebe.

Fragen zur Montage von TMP-Elementen? Ihr TMP-Ansprechpartner unterstützt Sie gerne – oder werfen Sie einen Blick in unsere weiteren Tutorials für Fachbetriebe und Montagepartner. Übrigens: Betriebe, die das RAL-Gütezeichen Montage führen, benötigen mindestens eine qualifizierte ift-Montagefachkraft – die passende Weiterbildung bietet das ift Rosenheim an. Eine Qualifikation, die sich für Ihren Betrieb doppelt auszahlt.